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Schlacht bei Waterloo
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top
Schlachten der

Befreiungskriege

(1813–1815)

LĂŒneburg – Möckern – Halle – Großgörschen – Gersdorf – Bautzen – Reichenbach – Nettelnburg – Haynau – Halberstadt – Luckau

Großbeeren – Katzbach – Dresden – Hagelberg – Kulm – Dennewitz – Göhrde – Altenburg – Wittenberg – Wartenburg – Liebertwolkwitz – Leipzig – Torgau – Hanau – Hochheim – Danzig

Épinal – Colombey – Brienne – La Rothiùre – Champaubert – Montmirail – Chñteau-Thierry – Vauchamps – Mormant – Montereau – Bar-sur-Aube – Soissons – Craonne – Laon – Reims – Arcis-sur-Aube – Fùre-Champenoise – Saint-Dizier – Claye – Paris

Quatre-Bras – Ligny – Waterloo – Wavre – Paris

Die Schlacht bei Waterloo (deutsch ˈvɑːtɐloː; niederlĂ€ndisch ˈʋaːtərloː) vom 18. Juni 1815 war die letzte Schlacht Napoleon Bonapartes. Sie fand rund 15 km sĂŒdlich von BrĂŒssel in der NĂ€he des Dorfes Waterloo statt, das damals zum Königreich der Vereinigten Niederlande gehörte und heute in Belgien liegt. In der französischen Sprache wird sie Bataille de Waterloo oder seltener Bataille de Mont-Saint-Jean genannt; im NiederlĂ€ndischen Slag bij Waterloo; im Englischen Battle of Waterloo. Besonders in Deutschland ist das Ereignis auch als Schlacht bei Belle-Alliance bekannt.

Die Niederlage der von Napoleon gefĂŒhrten Franzosen gegen die alliierten Truppen unter dem britischen General Wellington und dem preußischen Feldmarschall BlĂŒcher beendete Napoleons Herrschaft der Hundert Tage und fĂŒhrte mit dessen endgĂŒltiger Abdankung am 22. Juni 1815 zum Ende des Französischen Kaiserreichs. Nach dieser zweiten völligen militĂ€rischen Niederlage innerhalb kurzer Zeit wurden Frankreich im Zweiten Pariser Frieden verschĂ€rfte Friedensbedingungen auferlegt. Napoleon selbst wurde als Kriegsgefangener der Briten auf die Atlantikinsel St. Helena gebracht, wo er am 5. Mai 1821 starb.

Contents

‱ Auftakt
‱ Briten
‱ Franzosen
‱ Schlacht
‱ Folgen
‱ Rezeption
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Hintergrund

Nachdem Napoleon am 26. Februar 1815 von Elba nach Frankreich zurĂŒckgekehrt war, wurde er am 13. MĂ€rz von den Alliierten auf dem Wiener Kongress zum Gesetzlosen erklĂ€rt. Zwölf Tage spĂ€ter unterzeichneten Preußen, Russland, Österreich und Großbritannien einen Vertrag, in dem sie sich verpflichteten, Armeen aufzustellen und Napoleon endgĂŒltig zu besiegen.cite-ref-2[A 1] Die PlĂ€ne der Alliierten sahen vor, dass eine preußisch gefĂŒhrte Armee vom Niederrhein von 120.000 Mann unter BlĂŒcher und eine britische Armee mit 100.000 Mann unter dem Herzog von Wellington in Belgien einmarschieren und den Nordosten Frankreichs bedrohen sollten. Gleichzeitig sollte Österreich mit 200.000 Mann unter Schwarzenberg am Oberrhein in Stellung gehen. In der Zwischenzeit sollte der russische Feldmarschall Barclay de Tolly 150.000 Mann an den Mittelrhein fĂŒhren, und eine österreichisch-italienische Armee von 75.000 Mann unter General Johann Frimont die sĂŒdöstliche Grenze Frankreichs ĂŒberschreiten. Großbritannien verpflichtete sich, der Koalition 5 Millionen Pfund zur VerfĂŒgung zu stellen.cite-ref-3[2]cite-ref-4[3]

Vorbereitungen

Da Napoleon mit militĂ€rischen Maßnahmen der VerbĂŒndeten gerechnet hatte, wandte er keine Zeit fĂŒr diplomatische Friedensinitiativen auf. Bereits im April ordnete er die Mobilisierung an. Die Armee, die er ĂŒbernommen hatte, umfasste 200.000 Mann. Innerhalb der nĂ€chsten drei Wochen erhöhte er die Zahl auf 280.000. Nach den notwendigen AbzĂŒgen zur UnterdrĂŒckung von AufstĂ€nden durch UnterstĂŒtzer Ludwigs XVIII. und zur Verteidigung der sĂŒdlichen und sĂŒdöstlichen Grenzen standen ihm jedoch am Ende weniger als 130.000 Mann zur VerfĂŒgung. Ein weiteres Problem stellte sein Generalstab dar. Die meisten seiner frĂŒheren Befehlshaber schlossen sich ihm zwar an, doch viele blieben auf Distanz. Die MarschĂ€lle MassĂ©na und Macdonald lehnten ein Kommando ab. Bernadotte und Marmont waren aus Frankreich geflohen. Berthier, sein ehemaliger Generalstabschef, war tot, und Joachim Murat kĂ€mpfte in Italien um Neapel. Von den verbleibenden MarschĂ€llen erhielt Suchet das Kommando in den Alpen, wĂ€hrend Davout als Kriegsminister in Paris blieb. Stattdessen wurde Napoleon von Marschall Nicolas-Jean de Dieu Soult, Marschall Michel Ney, und Marschall Emmanuel de Grouchy begleitet.cite-ref-5[4]cite-ref-6[5]

Über französische Sympathisanten in den Niederlanden hatte Napoleon gute Kenntnis von der Truppendisposition seiner Feinde. Deren Armeen waren in loser Korpsformation gruppiert. Die Preußen lagen im Gebiet LĂŒttich – Dinant – Charleroi – Tienen. Wellingtons Armee, die neben britischen auch niederlĂ€ndische, hannoversche, braunschweigische und nassauische Einheiten umfasste, befand sich im Gebiet BrĂŒssel – Gent – Leuze – Mons – Nivelles. Beide Armeen hatten zusammen eine StĂ€rke von 205.000 Mann. Ihre Versorgungslinien fĂŒhrten auseinander. Die Linie von Wellington verlief von Ninove ĂŒber Alost nach Ostende, diejenige von BlĂŒcher von LĂŒttich ostwĂ€rts nach Deutschland. Napoleon rechnete damit, dass es mindestens drei Tage lang dauern wĂŒrde, bis beide Armeen sich vereinigt hĂ€tten. Ein plötzlicher Schlag gegen den Angelpunkt, der die Zentren der beiden Armeen miteinander verband, könnte eine oder beide Armeen dazu zwingen, sich entlang ihrer auseinanderlaufenden Verbindungslinien zurĂŒckzuziehen. Den dann grĂ¶ĂŸer werdenden Abstand zwischen den alliierten Armeen plante Napoleon zu nutzen, um die feindlichen Armeen mit örtlich ĂŒberlegenen Truppen einzeln zu besiegen.cite-ref-7[6] Die Aufstellung Napoleons war fĂŒr eine solche Bewegung ideal ausgerichtet. Zwei FlĂŒgel unter Ney und Grouchy sollten der Armee vorausgehen und Napoleon in der Mitte folgen, wobei er das Gewicht wahlweise auf die eine oder andere Flanke werfen konnte.cite-ref-8[7]

Auftakt

→

Hauptartikel

:

Schlacht bei Quatre-Bras

und

Schlacht bei Ligny

Die Zusammenfassung der französischen KrĂ€fte fĂŒr die Offensive hatte am 6. Juni begonnen und war praktisch abgeschlossen, als der Kaiser am 14. Juni sein vorgeschobenes Hauptquartier in Beaumont erreichte. Am Morgen des 15. Juni ĂŒberquerte die in drei Kolonnen aufgeteilte französische Armee die belgische Grenze. Der linke FlĂŒgel, bestehend aus dem ersten und zweiten Korps unter Generalmajor Jean-Baptiste Drouet, bzw. HonorĂ©-Charles Reille, marschierte von Lille und Valenciennes nach Sohr-sur-Sambre. Das Zentrum, bestehend aus der kaiserlichen Garde sowie dem 6. Korps unter Georges Mouton und dem 3. Korps unter Dominique-Joseph RenĂ© Vandamme, marschierte in Richtung Beaumont. Die kaiserliche Garde lagerte hinter der Stadt, wĂ€hrend Mouton und Vandamme etwa 1,5 Kilometer vor der Front kampierten. Der rechte FlĂŒgel, bestehend aus dem 4. Korps unter Étienne Maurice, comte GĂ©rard, rĂŒckte von Metz nach Philippeville vor.cite-ref-9[8]

Am Abend des 15. Juni erfuhr Wellington von schweren KĂ€mpfen zwischen preußischen und französischen Einheiten bei Charleroi. Einen Tag spĂ€ter stellte er sich mit 21.000 Mann den 22.000 Franzosen unter Marschall Ney entgegen. Wellington konnte mehrere Angriffe abwehren und schließlich mit weiterer VerstĂ€rkung zum Gegenangriff ĂŒbergehen.cite-ref-10[9] Am selben Tag stellten sich die Preußen in einer vorher erkundeten Stellung dem französischen Angriff und wurden bei Ligny geschlagen. Napoleon konnte jedoch keinen entscheidenden Sieg erringen, da das französische I. Korps auf dem Marsch von Quatre-Bras nach Ligny widersprĂŒchliche Befehle erhielt und damit weder in der Schlacht von Quatre-Bras noch bei Ligny eingesetzt werden konnte. So war es der preußischen Armee möglich, sich einer Vernichtung zu entziehen und weitgehend intakt den RĂŒckzug anzutreten. Nachdem Wellington am Morgen des 17. Juni von der Niederlage der Preußen in der Schlacht bei Ligny und deren RĂŒckzug auf Wavre erfahren hatte, zog er sich in Richtung des Weilers Mont-Saint-Jean zwischen Braine-l’Alleud und dem Gehöft Papelotte zurĂŒck.cite-ref-11[10]

Das Schlachtfeld

Das Schlachtfeld von Waterloo liegt etwa 15 Kilometer sĂŒdlich von BrĂŒssel in Belgien und erstreckt sich zwischen den Dörfern Waterloo, Braine-l’Alleud und Plancenoit. Die GesamtflĂ€che umfasst eine GrĂ¶ĂŸe von etwa 20 Quadratkilometern. Die Frontlinie der alliierten Armee unter Wellington verlief auf einer niedrigen, von Westen nach Osten ausgerichteten Anhöhe, deren LĂ€nge ungefĂ€hr 3,5 Kilometer betrug. Die Tiefe des Schlachtfeldes, also die Entfernung zwischen den Hauptstellungen der beiden Armeen, lag bei etwa 1,5 bis 2 Kilometern. Die dominierende GelĂ€ndeerhebung stellt der Mont-Saint-Jean-Kamm dar, ein niedriger Höhenzug, der sich maximal 30 Meter ĂŒber den Talboden erhebt und sich etwa von SĂŒdwest nach Nordost rund 700 Meter sĂŒdlich des Gehöfts Mont-Saint-Jean erstreckt. Auf seinem Kamm verlĂ€uft die Straße von Braine-l’Alleud nach Ohain, wĂ€hrend die gepflasterte Straße BrĂŒssel–Charleroi das Schlachtfeld zentral durchschneidet. Der Blick vom Höhenzug aus ĂŒber das flache Tal war nur teilweise durch Bodenwellen, stehende FeldfrĂŒchte und einige verstreute BĂ€ume eingeschrĂ€nkt. Ein Großteil des Schlachtfeldes war von GemĂŒse- und Getreidefeldern bedeckt.

SĂŒdlich des Mont-Saint-Jean-Kamms verlĂ€uft der Belle-Alliance-Kamm, der 450 Meter sĂŒdlich von Papelotte beginnt, sich sĂŒdwestlich durch La Belle Alliance zieht und dann westlich sowie nordwestlich um Hougoumont herum verlĂ€uft, bevor er in Richtung Braine-l’Alleud weiterfĂŒhrt. Zwischen diesen beiden HöhenzĂŒgen liegt ein sanft abfallendes, offenes GelĂ€nde. Die Landschaft wird durch mehrere massiv ausgebaute Bauernhöfe gegliedert, darunter das ummauerte Gut Hougoumont mit Obstgarten und Wald im Westen, La Haye Sainte nahe der Hauptstraße im Zentrum sowie Papelotte und La Haie am östlichen Rand. Diese Gehöfte sind von Feldern, kleinen WĂ€ldern und Gehölzen umgeben und wurden durch ihre massive Bauweise zu markanten Orientierungspunkten im GelĂ€nde.

Besondere topografische Eigenheiten zeigt das Gebiet um Papelotte, La Haie, Smohain und Frichermont am linken (östlichen) Rand des Schlachtfelds. Dieses Gebiet ist von tief eingeschnittenen Hohlwegen, hohen Böschungen und dichten Hecken durchzogen. Die sogenannte „Ulmenkreuzung“ und die Ohain-Straße im Zentrum des Schlachtfelds zeichnen sich durch tiefe Hohlwege aus. Die sĂŒdlichen und westlichen Äste dieser Kreuzung verlaufen fĂŒr etwa 200 Meter in einem steil eingeschnittenen Hohlweg, der stellenweise bis zu 30 Meter unter dem Bodenniveau liegt. Die östliche Straße ist von Hecken auf niedrigen Böschungen gesĂ€umt, die weitere 600 Meter bis fast zum heutigen Standort des Konvents von Frichermont reichen und das Durchkommen zusĂ€tzlich erschweren. Ein weiteres markantes GelĂ€ndemerkmal ist ein höher gelegener GelĂ€ndestreifen, der von der BrĂŒsseler Straße etwa auf halber Strecke zwischen La Belle Alliance und La Haye Sainte in Richtung Papelotte zeigt. Er zieht sich ĂŒber 1.000 Meter nordostwĂ€rts und senkt sich allmĂ€hlich in das Netz von Wegen und Feldern um Smohain. Dieser Kamm verlĂ€uft parallel zu den beiden Hauptanhöhen und ist nahezu gleich hoch wie der Belle-Alliance-Kamm.cite-ref-12[11]

Schlachtordnung

Siehe auch

:

Liste der französischen Truppen der Armée du Nord

Briten

Wellington hatte seine Hauptstreitmacht bis zum Morgen des 18. Juni in zwei Abteilungen beiderseits der Straße von Charleroi nach BrĂŒssel auf einem von Westen nach Osten laufenden Höhenzug aufgestellt. Dieser erstreckte sich ĂŒber etwa 3.500 Meter entlang der Nordseite der Ohain-Straße, die auf dem Kamm des Mont-St-Jean verlief. Auf der rechten Seite war George Cooks britische 1. Division mit 4.500 Mann postiert. Zur Linken befand sich die 3. Division mit 8.000 Mann unter Carl von Alten und auf der anderen Seite der Straße die 5. Division mit 9.500 Mann unter Thomas Picton. UngefĂ€hr 200 Meter dahinter stand das Kavallerie-Korps unter dem Kommando von Generalleutnant Henry Paget.

Ganz links bei den Gehöften Papelotte, La Haye und Fichermont standen die zwei Brigaden der niederlĂ€ndischen 2. Division mit 4.300 Mann unter Karl Bernhard von Sachsen-Weimar-Eisenach, 3.300 Mann unter Willem Frederik van Bylandt sowie die Kavalleriebrigade von Ormsby Vandeleur und Richard Hussey Vivian. Auf der Ă€ußeren rechten Seite in der NĂ€he von Schloss Hougoumont postierte Wellington das 1. Bataillon des 2. Nassau-Regiments mit 1.100 Mann. Etwa 120 Meter sĂŒdlich des Zentrums befand sich eine große Sandgrube, in der Wellington einige Kompanien des 95. SchĂŒtzenregimentes unterbrachte. Weitere 100 Meter im SĂŒden hielt das zweite leichte Battalion der King’s German Legion La Haye Sainte. Wellington war sehr vorsichtig mit seinen Reserven. Er stellte die britische 2. Division unter Generalleutnant Henry Clinton hinter Cook und in der Mitte hinter Alten postierte er die drei Bataillone des nassauischen 1. Infanterieregiments unter Generalleutnant Baron August von Kruse. FĂŒr den Fall, dass Napoleon ihn von Westen her angreifen wĂŒrde, platzierte er zusĂ€tzlich Prinz Friedrich von Oranien-Nassau mit der niederlĂ€ndischen 1. Division etwa 16 Kilometer westlich von Hal.cite-ref-13[12]cite-ref-14[13]

Franzosen

Napoleon stellte seine Truppen auf einer 5.500 Meter langen Front auf. Auf der rechten Seite positionierte er das 1. Korps unter Jean Baptiste Drouet. Ganz rechts bei Fichermont stand die 1. Kavalleriedivision unter Generalmajor Charles Claude Jacquinot. Ihm folgten die 4. Division mit 4.000 Mann unter Generalmajor Joseph François Durutte, die 3. Division mit 4.100 Mann unter Generalmajor Pierre-Louis Binet de Marcognet, die 2. Division mit 5.300 Mann unter Generalmajor François-Xavier Donzelot und die 1. Division unter Generalmajor Joachim-JĂ©rĂŽme Quiot du Passage mit 4.200 Mann. Auf der gegenĂŒberliegenden Seite der Straße befand sich das 2. Korps unter Generalmajor Charles-Michel Reille mit der 5. Division mit 4.300 Mann unter Brigadegeneral Gilbert Bachelu, die 9. Division mit 5.000 Mann unter Generalmajor Maximillian Foy und die 6. Division unter JĂ©rĂŽme Bonaparte mit 8.000 Mann.

Die Flanke wurde von der 2. Kavalleriedivision mit 2.300 Mann unter Generalmajor Hippolyte-Marie-Guillaume de PirĂ© gedeckt. Der Rest der Armee wurde als Reserve hinter der Hauptkampflinie bereitgehalten. Hinter d’Erlon befand sich das 4. Kavalleriekorps mit 3.100 Mann unter Generalmajor Édouard Jean Baptiste Milhaud. In der Mitte, vor der kaiserlichen Garde, befand sich das 6. Korps mit 10.450 Mann unter Generalmajor Georges Mouton. Hinter Reille stand das 3. Kavalleriekorps von Generalmajor François-Étienne Kellermann mit 3.900 Mann.cite-ref-15[14]

Schlacht

11:30 Uhr bis 15:30 Uhr

Napoleons Hauptangriff sollte in Richtung Mont-St-Jean erfolgen, um die dortige Kreuzung, wo sich die Straßen nach BrĂŒssel und Wavre verbanden, zu besetzen. Zu diesem Zweck sollten sich die 12-PfĂŒnder-Batterien des II. und VI. Korps mit denen des I. Korps verbinden und die feindlichen Truppen bei Mont-St-Jean beschießen. Gleichzeitig sollten Drouet und Reille auf Mont-St-Jean marschieren, wĂ€hrend ein TĂ€uschungsangriff auf Hougoumont von dieser Bewegung ablenken und einen Teil der feindlichen KrĂ€fte aus dem Zentrum dorthin ziehen sollte. Auf Grund von starkem Regen in der vergangenen Nacht entschied Napoleon, den Angriff von 09:00 Uhr auf 11:30 Uhr beziehungsweise den Hauptangriff auf 13:00 Uhr zu verlegen, um den nassen Boden trocknen zu lassen.cite-ref-16[15]

Hougoumont

Der Angriff auf Hougoumont sollte durch die 6. Infanteriedivision unter dem Kommando von JĂ©rĂŽme Bonaparte erfolgen, der in vergangenen FeldzĂŒgen als Feldherr versagt hatte und mit einer erfolgreichen Eroberung des stark befestigten Gutshofes seinen Ruf wieder festigen wollte.cite-ref-17[16] Um 11:30 Uhr befahl JĂ©rĂŽme seiner ersten Brigade mit 4.200 Mann unter Brigadegeneral Bauduin den Vormarsch auf Hougoumont. Sie kĂ€mpften sich ĂŒber die umliegenden Hecken und Mauern und stĂŒrzten sich in die große bewaldete Anlage. Nach einer Stunde schwerer KĂ€mpfe warf JĂ©rĂŽme seine 2. Brigade mit weiteren 3.500 Mann in den Kampf. Doch die Briten hielten ihre Stellung und zwangen JĂ©rĂŽme um 12:30 Uhr, Generalmajor Foy um noch mehr VerstĂ€rkung zu bitten. Zur gleichen Zeit griff Wellington ein und entsandte das Coldstream-Guards- und Scots-Guards-Regiment als VerstĂ€rkung. Die KĂ€mpfe bei Hougoumont dauerten fast acht Stunden, in denen 2.500 bis 3.000 Mann gegen 10.000 Franzosen standhielten. Diese Schlacht in der Schlacht hatte zur Folge, dass der grĂ¶ĂŸte Teil von Reilles Korps fĂŒr den ĂŒberwiegenden Verlauf des Tages gebunden war, wĂ€hrend Wellingtons Gesamtaufstellung seiner Truppen, abgesehen von zwei Regimentern, nicht wesentlich beeintrĂ€chtigt wurde.

Vor dem Hauptangriff hatte Napoleon eine große Batterie von vierundvierzig 12-PfĂŒnder- und vierzig 8-PfĂŒnder-GeschĂŒtzen zum Beschuss von Wellingtons Zentrum zusammengezogen. Kurz nach 13:00 Uhr eröffnete die Batterie das Feuer auf die feindliche Linie. Die Wirkung war jedoch minimal, da sich die meisten Soldaten Wellingtons in Deckung hinter dem Kamm des BergrĂŒckens befanden. Außerdem verhinderte der noch feuchte Boden ein Abprallen der SchĂŒsse, da die Kanonenkugeln in der schlammigen Erde stecken blieben. Kurz bevor Napoleon den Hauptangriff anordnete, erfuhr er, dass sich die Preußen nicht ins Rheinland zurĂŒckgezogen hatten, sondern nun auf Waterloo zu marschierten. Napoleon nahm die Nachricht recht gelassen auf. Er hatte nicht die Absicht, die Schlacht abzubrechen. Stattdessen befahl er die 3. und die 5. Kavalleriedivision unter Domont bzw. Subervie sowie Mouton mit seinem 6. Korps nach Osten und schuf so eine zweite Frontlinie von Planchenoit bis Blois de Paris.cite-ref-18[17]

Hauptangriff

Um 13:30 Uhr befahl Napoleon den Hauptangriff. Innerhalb weniger Minuten setzte sich das gesamte I. Korpscite-ref-19[A 2] ĂŒber die 1.200 Meter bis zur Anhöhe in Bewegung. Aus unbekannten GrĂŒnden rĂŒckten die 1., die 2. und die 3. Division in einer veralteten Formation vor, der colonnes de bataillon par division. Das bedeutete, dass jede Division in Treffen mit BataillonsstĂ€rke marschierte. Bei 200 Mann pro Bataillon ergab sich somit eine Tiefe von etwa 50 Metern, die ein perfektes Ziel darstellte. Nur die 4. Division verfĂŒgte ĂŒber eine flexiblere Formation und hatte damit den grĂ¶ĂŸten Erfolg. Unter dem Artilleriefeuer der Alliierten stießen die Franzosen mĂŒhsam auf den BergrĂŒcken vor. Auf der linken Seite stieß Donzelot auf die Verteidigungsanlagen von La Haye Sainte. Unter schwerem Beschuss gelang es den Franzosen, die MĂ€nner der 2. Brigade der King’s German Legion aus dem Obstgarten in die WirtschaftsgebĂ€ude zu treiben. Nach einem gescheiterten Versuch des hannoverschen Feldbataillons LĂŒneburg begann das stĂ€ndige Feuer der Deutschen auf die dichten französischen Reihen zu wirken, so dass Donzelots Angriff ins Stocken geriet. Weiter rechts gelang es den Truppen von Quiot und Marcognet, den Feind aufzureiben und das 95. SchĂŒtzenregiment aus seiner Sandgrube in Richtung der Hauptkampflinie zu vertreiben.

Die Franzosen stießen dann direkt auf die 1. Brigade unter Generalmajor Willem Frederik van Bylandt von der 2. niederlĂ€ndischen Division. Diese Brigade hatte bereits 1.300 von 3.200 MĂ€nnern verloren, blieb aber dennoch standhaft, bis sie von einem massiven Bajonettangriff noch weiter zurĂŒckgeworfen wurde und eine LĂŒcke in Pictons Division riss. In diesem angespannten Moment handelte Picton. Da die Franzosen nur noch 40 Meter entfernt waren, befahl er seiner 8. und 9. Brigade unter Generalmajor James Kempt und Generalmajor Denis Pack den Angriff. Gleichzeitig befahl Generalleutnant Paget seiner 1. und 2. Kavalleriebrigade, gegen die linke Flanke von Donzelot und in das Zentrum von Marcognet zu stĂŒrmen. Als sie in die französische Linie einbrachen, verursachten sie schwere Verluste, und mehr als 3.000 Franzosen wurden zur Kapitulation gezwungen. Im Überschwang ihres Erfolges galoppierten sie weiter, bis sie die 84-Kanonen-Batterie erreicht hatten. Da sie es jedoch versĂ€umt hatten, sich fĂŒr den Angriff neu zu formieren, konnten sie dem Angriff einer starken Truppe von Lanciers und KĂŒrassieren nicht standhalten, und ein Großteil der Kavalleristen wurde getötet. Auch der Brigadekommandeur General William Ponsonby und der Kommandeur der Royal Scots Greys, James Hamilton, fielen. Nichtsdestoweniger war Napoleons erster massiver Angriff zurĂŒckgeschlagen.cite-ref-20[18]cite-ref-21[19]

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Napoleon in einer schlechten Lage. Auf seiner linken Seite hatte er zwar etwa 23.000 Mann zur VerfĂŒgung, aber nur die 5. Division und eine Brigade von Foy befanden sich in Schlachtordnung, um seine gesamte linke Seite zwischen Hougoumont und der Straße bei La Belle Alliance zu halten. Auf seiner rechten Seite zwischen dem Gasthaus und der Stellung von Mouton hatte er nur eine Brigade von Du Passages Division. HĂ€tte Wellington sich jetzt zu einem allgemeinen Gegenangriff entschlossen, hĂ€tte Napoleon einschließlich seiner Garde nur noch 13.000 Mann zur Verteidigung gehabt. Als er erkannte, zu schwach zu sein, um einem Gegenangriff standzuhalten, entschied er sich zum Angriff.

Zugleich hatte Wellington, der seine RĂŒckzugslinie unbedingt schĂŒtzen wollte, nicht die Absicht, Prinz Friedrich von Oranien-Nassau zu befehlen, sich ihm auf seiner rechten Seite anzuschließen. Wenn die Preußen nicht rechtzeitig eintreffen wĂŒrden, hĂ€tte er den niederlĂ€ndischen Prinzen dort gebraucht, wo er war. Da sein Plan keine Bewegung aus seiner Verteidigungsposition vorsah, nutzte er Napoleons SchwĂ€che nicht aus. Stattdessen beorderte er General Lamberts 10. Brigade der 6. Division mit den beiden reduzierten niederlĂ€ndischen Bataillonen in die zweite Linie zu seiner Linken, wĂ€hrend Kempt und Pack die erste Linie bildeten. Das 95. SchĂŒtzenregiment wurde erneut nach vorne geschickt, um die Sandgrube zurĂŒckzuerobern, und General Perponcher wurde nach Papelotte und La Haye geschickt, um das Gesamtkommando zu ĂŒbernehmen.cite-ref-22[20]

15:30 Uhr bis 18:30 Uhr

Um 15:30 Uhr befahl Napoleon Marschall Ney, einen Großangriff auf La Haye Sainte zu starten. Ney zog dafĂŒr zwei Brigaden des 1. Korps, die 13. und 14. schwere Kavallerie-Division sowie die beiden Brigaden der leichten Kavallerie der kaiserlichen Garde zusammen. In La Haye Sainte ĂŒbertrug Major Baring, der zwei Kompanien des 1. leichten Bataillons der King’s German Legion als VerstĂ€rkung erhalten hatte, ihnen die Verteidigung des Gartens, wĂ€hrend sich der Rest seiner Truppen in den GebĂ€uden postierte. WĂ€hrend die französischen Kolonnen dagegen vorrĂŒckten, gerieten sie unter schweres Gewehrfeuer, das aber ihr Vorankommen nicht stoppen konnte. Als Wellington die herannahenden Franzosen sah, verstĂ€rkte er seine Linie und formierte sein Zentrum zu Karrees. Vor diesen Karrees mit 18.000 Infanteristen postierte Wellington 56 GeschĂŒtze, die den strikten Befehl erhielten, so viele SchĂŒsse wie möglich auf den vorrĂŒckenden Feind abzugeben und sich dann in die Karrees zurĂŒckzuziehen. Sobald sich die Franzosen umdrehten, sollten sie das Feuer erneuern und auf den sich zurĂŒckziehenden Feind schießen. Zur gleichen Zeit bemerkte Ney Anzeichen fĂŒr einen RĂŒckzug der alliierten Truppen. Es handelte sich jedoch nur um Truppen, die französische Gefangene und Wagen mit Verwundeten eskortierten. Ney befahl seiner Kavallerie sofort, die vermeintlich zurĂŒckweichenden Alliierten anzugreifen, um zwischen La Haye Sainte und Hougoumont durchzubrechen. Gegen 16:00 Uhr begannen etwa 5.000 Kavalleristen, durch das Tal auf Wellingtons Zentrum zu galoppieren.cite-ref-23[21]cite-ref-24[22]

Die britischen Kanoniere warteten, bis die französische Kavallerie etwa 100 Meter entfernt war, und eröffneten dann das Feuer mit all ihren GeschĂŒtzen, wobei sie fast die gesamte vordere Reihe niedermĂ€hten und sich dann in die Karrees zurĂŒckzogen. Die alliierten Soldaten in ihren Karrees bildeten eine massive Mauer aus Bajonetten, welche die Franzosen verzweifelt zu durchbrechen versuchten. Die Alliierten konnten ihre Stellung gegen mehrere Versuche der Franzosen halten, die diesen hohe Verluste kosteten. Nun befahl Wellington seiner eigenen Kavallerie den Angriff. Mit rund 6.000 Kavalleristen trieben sie die Franzosen den Kamm hinunter. Napoleon, der die fehlgeschlagenen Angriffe beobachtete, befahl dem III. Kavalleriekorps unter Kellermann, den Angriff zu erneuern. Unbeabsichtigt oder nicht, schlossen sich die schwere Kavallerie der kaiserlichen Garde unter Generalmajor Guyot, das dezimierte IV. Kavalleriekorps und die leichte Kavalleriedivision der Garde an. Erneut galoppierten die Franzosen den Hang auf einer Front von etwa 500 Metern hinauf. Und wieder feuerten die alliierten Kanoniere mit all ihren GeschĂŒtzen und zersprengten die ersten Linien. Wie zuvor befand sich die französische Kavallerie zwischen den Karrees und war gezwungen, sich mangels InfanterieunterstĂŒtzung zurĂŒckzuziehen. Erst um 18:00 Uhr beorderte Ney die 5. Division von Bachelu und die 9. Division von Foy nach vorne. Die MĂ€nner gerieten jedoch unter schweren Artilleriebeschuss und verloren so innerhalb von zehn Minuten 1.500 MĂ€nner, bevor sie sich ihrerseits zurĂŒckzogen. In zwei Stunden, in denen die Franzosen mehrere erfolglose Angriffe unternahmen, hatten sie 3.000 bis 4.000 Mann verloren. Aber auch die Alliierten hatten gelitten. Der grĂ¶ĂŸte Teil ihrer Kavallerie war aufgebraucht und auch die letzten Infanteriereserven waren in den Kampf geworfen worden.cite-ref-25[23]

In der Zwischenzeit war der Angriff auf die Weiler und Gehöfte mit der gleichen Wucht wie zuvor wieder aufgenommen worden. Kurz nachdem Ney den Angriff abgebrochen hatte, um den BergrĂŒcken zu stĂŒrmen, befahl er den reduzierten Divisionen von Donzelot und du Passage den Vorstoß. Um 18:30 Uhr war La Haye Sainte nach einem koordinierten Angriff von Infanterie und Artillerie in der Hand der Franzosen. Von den 400 MĂ€nnern der Alliierten, die das Gehöft gehalten hatten, ĂŒberlebten nur 45.cite-ref-26[A 3] Ney verschwendete keine Zeit und stellte eine Batterie nur 400 Meter vom feindlichen Zentrum entfernt auf, um Wellingtons bereits ausgedĂŒnnte Linie zu beschießen. Zur gleichen Zeit hatte Durutte mit seiner gesamten Division einen Angriff auf Papelotte, La Haye und Fichermont gestartet. Nach mehreren Angriffen und Gegenangriffen waren alle drei Orte in französischer Hand.cite-ref-27[24]cite-ref-28[25] Da die französische Batterie schwere SchĂ€den in den alliierten Linien anrichtete, wurden sogleich zwei Brigaden vernichtet. In diesem angespannten Moment bemerkte Wellington:

“Night or the Prussians must come”

„Ich wollte, es wĂ€re Nacht oder die Preußen kĂ€men“cite-ref-29[26]

Die Preußen erreichen das Schlachtfeld

Die Preußen marschierten unterdessen seit dem Tagesanbruch auf das Schlachtfeld zu. General der Infanterie Friedrich Wilhelm Freiherr von BĂŒlow hatte mit seinem 4. Korps um 15:00 Uhr St-Lambert erreicht. BlĂŒcher selbst hatte Wavre um 11:00 Uhr verlassen, nachdem er dem 2. Korps unter Generalleutnant Georg Dubislav Ludwig von Pirch befohlen hatte, BĂŒlow zu folgen, und dem 1. Korps unter Generalleutnant Hans Ernst Karl von Zieten, ĂŒber Point du Jour nach Geneval vorzustoßen, um dann durch das Ohain-Tal auf Wellingtons linke Seite zu gelangen. UrsprĂŒnglich hatte BlĂŒcher nicht die Absicht, einen Angriff zu starten, bis das gesamte 4. Korps vollstĂ€ndig versammelt war. Angesichts des schweren Angriffs auf Wellingtons Zentrum beschloss er jedoch, mit der Kavallerie des 4. Korps und zwei Brigaden anzugreifen, bevor Wellingtons Linie zusammenbrĂ€che.

Gegen 16:30 Uhr begann BĂŒlow mit der 15. und 16. Brigade unter Generalleutnant Michael Heinrich von Losthin bzw. General der Infanterie August Hiller von Gaertringen vorzurĂŒcken. BĂŒlows Absicht war, das noch unbesetzte Dorf Plancenoit einzunehmen. Von diesem Ort aus konnten die Preußen Napoleons RĂŒckzugslinie durchtrennen und so fast die gesamte französische Armee einschließen. Die Preußen begannen ihren Angriff; der rechte FlĂŒgel griff Mouton an, wĂ€hrend der linke FlĂŒgel in Richtung Plancenoit vorrĂŒckte. Kurze Zeit spĂ€ter traf dann die 13. und 14. Brigade ein. Obwohl er zahlenmĂ€ĂŸig drei zu eins unterlegen war, befahl Mouton einen Gegenangriff auf die Preußen. Dieser wurde jedoch bald zurĂŒckgeschlagen. Da Mouton die Absicht BĂŒlows durchschaut hatte, beschloss er, sich nach Plancenoit zurĂŒckzuziehen.cite-ref-30[27] Die Preußen postierten in etwa 460 Metern Entfernung eine Batterie von 60 Kanonen und beschossen die GebĂ€ude fĂŒr zehn bis fĂŒnfzehn Minuten mit Traubenhagel, bevor sie zum Sturmangriff ĂŒbergingen. Nach 40-minĂŒtigem Kampf gelang es den Preußen schließlich, in das Dorf einzudringen.cite-ref-31[28]

Trotz ihres Erfolges geriet der preußische Vormarsch jedoch an der Kirche des von einer starken Steinmauer umgebenen Dorfes ins Stocken. Als ihr Angriff um 18:30 Uhr zum Erliegen kam, handelte Napoleon. Um seinen finalen Angriff auf Wellingtons Zentrum starten zu können, musste er zuvor seine Flanke und RĂŒckzugslinie sichern. Deshalb entsandte er die Junge Garde unter Generalmajor Guillaume Philibert Duhesme zur Hilfe, um Plancenoit gegen die Preußen zu verteidigen. Nach schweren KĂ€mpfen um die Kirche, bei denen Duhesme tödlich verwundet wurde,cite-ref-32[A 4] konnten die Preußen aus dem Dorf vertrieben werden. Da BlĂŒcher die Einnahme des Dorfes fĂŒr unabdingbar hielt, formierte er seine Linien neu und startete einen weiteren Angriff, der schließlich die Junge Garde sowie die Reste von Moutons MĂ€nnern aus dem Dorf vertrieb. Napoleon war gezwungen, erneut zu reagieren und befahl Brigade-General Jean Jacques Pelet mit dem 2. JĂ€gerregiment der Alten Garde nach Plancenoit. Nachdem Pelet vorĂŒbergehend die französische rechte Flanke gesichert hatte, konnte Napoleon seine Aufmerksamkeit wieder auf Wellingtons Zentrum richten. Von den 23 Bataillonen seiner Garde waren elf bereits im Einsatz, so dass Napoleon noch zwölf mit 5.000 bis 6.000 Mann zur VerfĂŒgung standen. Von diesen zwölf befand sich noch eines in Le Caillou, um Napoleons Hauptquartier zu schĂŒtzen, und zwei in La Belle Alliance, um die RĂŒckzugslinie zu sichern.cite-ref-33[29]

19:00 bis 20:00 Uhr

Angriff der Garde

Die Garde rĂŒckte in zwei Echelons vor. Die erste bestand aus dem 3. Grenadierregiment unter Brigadegeneral Paul-Jean-Baptiste Poret de Morvan, dem 3. JĂ€gerregiment unter Oberst Pierre Antoine Anselme Malet und dem 4. JĂ€ger- und Grenadierregiment unter Brigadegeneral Christophe Henrion bzw. Louis Harlet. Das zweite bestand aus dem 1. und 2. JĂ€gerregiment unter Pierre Cambronne und Jean Jacques Pelet sowie dem 2. Grenadierregiment von Brigadegeneral Charles-Joseph Christiani. Jedes Bataillon marschierte auf einer 75 Meter breiten und 18 Meter tiefen Linie vor. Zwischen jedem Bataillonspaar befanden sich zwei Kanonen, welche die Linie auf eine LĂ€nge von fast 1000 Metern ausdehnten. In Erwartung des Angriffs hatte Wellington die niederlĂ€ndische 3. Division von David Hendrik ChassĂ© herangezogen und sie etwa 400 Meter hinter der Mitte seines rechten FlĂŒgels postiert. ZusĂ€tzlich hatte er 3.000 Mann Kavallerie sowie die hannoversche 5. Infanteriebrigade in Reserve. Die 300 Meter breite Verteidigungslinie der Alliierten wurde von weniger als 21 Bataillonen gehalten: Die 3. Brigade unter Generalmajor Frederick Adam, die 1. Brigade unter Generalmajor Peregrine Maitland, die 5. Brigade unter Generalmajor Colin Halkett, die beiden Brigaden unter Generalleutnant Friedrich Wilhelm von Braunschweig und das nassauische 1. Infanterieregiment unter von Kruse. Vor ihnen standen die GeschĂŒtze der Einheiten von Captain Alexander CavaliĂ© Mercer, Captain Thomas Rogers, Captain Samuel Bolton und Captain Charles Freeman Sandham.cite-ref-34[30]

Unter den Rufen Vive l’Empereur (Es lebe der Kaiser) marschierten die neun Bataillone direkt auf Wellingtons rechtes Zentrum zu, wĂ€hrend die Grenadiere Brigadegeneral Poret de Morvan in Richtung Hougoumont befohlen wurden. Beim Vormarsch durch die dichten Rauchwolken der GeschĂŒtze begannen sich die Franzosen in mehrere Kolonnen aufzuteilen. Als sie in Reichweite der Artillerie kamen, wurden sie von 30 GeschĂŒtzen empfangen, die mit doppelt geladenen KartĂ€tschen geladen waren. Trotz der Verheerung, welche die GeschĂŒtze anrichteten, marschierten die Franzosen weiter. ZunĂ€chst ĂŒberrannten die Grenadiere von Friant die Batterien und drĂ€ngten eines der braunschweigischen Bataillone sowie die MĂ€nner des 30. und des 73. Infanterieregiments zurĂŒck. Als NĂ€chstes griff das 4. Grenadierregiment an und konnte weitere Regimenter der Alliierten zurĂŒckdrĂ€ngen. Als Wellington dies sah, befahl er der 1. Brigade von Chasse einen Gegenangriff. In der Zwischenzeit erreichte das 3. JĂ€gerregiment die Ohainstraße, wo Maitlands Grenadiere das Feuer auf sie eröffneten. Sie stĂŒrmten vorwĂ€rts und jagten die aufgeriebene französische Kolonne den HĂŒgel hinunter, wo sie ihrerseits vom 4. JĂ€ger-Regiment angegriffen wurden. Zu diesem Zeitpunkt begann Oberst John Colborne mit seinem 52. leichten Infanterieregiment die beiden französischen JĂ€gerregimenter von der Seite her aufzurollen. Wenige Augenblicke spĂ€ter eröffnete die Brigade von Oberst Halkett, die hinter Hougoumont auftauchte, das Feuer auf die Franzosen. Bereits durch das Kanonenfeuer angeschlagen und nun unter dem Nahbereichsfeuer mehrerer Bataillone brach der Angriff zusammen und unter den Rufen La Garde recule (Die Garde weicht) fielen die Franzosen zurĂŒck. In diesem Ă€ußerst angespannten Moment nĂ€herte sich Zieten ĂŒber die linke Flanke der Alliierten und griff den Scheitelpunkt der französischen rechten Flanke bei Papelotte an. Durch den Vormarsch der Preußen wurde die französische Armee in zwei HĂ€lften geteilt. Wellington, der die Preußen nun endlich ankommen sah, befahl einen Generalangriff auf gesamter Linie.cite-ref-35[31]

Zusammenbruch

Um 20:00 Uhr, als immer mehr Preußen in La Haye, Papelotte und Plancenoit eindrangen, brach der französische Widerstand zusammen. Die Panik, die sich dort breit gemacht hatte, begann sich auf die gesamte französische Linie zu ĂŒbertragen. Mit einer aufgeriebenen Armee, aber ohne weitere Reserven, befahl Napoleon den Überresten seiner alten Garde, aus Grenadieren und JĂ€gern, sich bei La Belle-Alliance in einer Linie von Karrees aufzustellen, um seine Truppen aufzufangen. Sobald sie sich formiert hatten, versuchten sie, vorzurĂŒcken, doch die schiere Masse der alliierten Soldaten zwang sie zum RĂŒckzug. Als Napoleon erkannte, dass die Schlacht verloren war, verließ er das Feld innerhalb eines der Karrees in Richtung Rossomme, wo er seine Ă€ltesten Bataillone aufgestellt hatte. Gegen 21:00 Uhr traf Wellington BlĂŒcher auf der Straße nach BrĂŒssel zwischen Rossomme und La Belle-Alliance. Dort vereinbarten sie, dass BlĂŒchers Stabschef August Neidhardt von Gneisenau die Verfolgung aufnehmen sollte. BlĂŒcher befahl ihm in diesem Zusammenhang die Verfolgung „bis zum letzten Hauch von Mann und Roß“cite-ref-36[32]. In Rossomme hatte Napoleon gehofft, seine MĂ€nner sammeln und eine Nachhut bilden zu können. Doch unter dem stĂ€ndigen Angriff der feindlichen Kavallerie musste sich Napoleon nach Le Caillou zurĂŒckziehen. Dort sammelte er seine Papiere und seinen Stab und zog sich in Richtung Genappe zurĂŒck, wo Tausende von Soldaten in Panik versuchten, die kleine BrĂŒcke ĂŒber den Dyle zu ĂŒberqueren. Sobald die Preußen eintrafen, nahm Napoleon ein Pferd und flĂŒchtete in Richtung Quatre Bras, wo er am 19. Juni eintraf.cite-ref-37[33]cite-ref-38[34]cite-ref-39[35]

Folgen

Trotz seiner Niederlage war Napoleon entschlossen, den Kampf fortzusetzen. Er verfĂŒgte noch immer ĂŒber fast 400.000 Mann, und seit dem 15. Juni hatten die Alliierten ebenso viel gelitten wie er. Napoleon war immer noch zuversichtlich, dass er sie besiegen konnte. Im folgenden Zweiten Pariser Frieden kam es zu Gebietseinbußen fĂŒr Frankreich. Unstrittig ist, dass Napoleons Ruf als militĂ€rischer FĂŒhrer zerstört war. In seinem Exil auf St. Helena machte er seine unmittelbaren Untergebenen fĂŒr die Niederlage verantwortlich. Zwar können seine MarschĂ€lle kritisiert werden, dennoch lag die Hauptverantwortung fĂŒr die Niederlage bei Napoleon. Er ernannte zweitklassige MĂ€nner fĂŒr SchlĂŒsselpositionen, obwohl es bessere gab. Er unterschĂ€tzte seine Gegner. Er ignorierte BlĂŒchers LoyalitĂ€t und Wellingtons FĂ€higkeiten als General, obwohl viele in seinem Umfeld, insbesondere Ney, bereits gegen ihn gekĂ€mpft hatten. Andererseits verhielten sich BlĂŒcher und Wellington in der Schlacht strategisch klug. Wellington wĂ€hlte eine ausgezeichnete Verteidigungsposition. Er widerstand der Versuchung, seine rechte Seite bei Hougoumont zu verstĂ€rken und damit sein Zentrum zu schwĂ€chen, wie Napoleon es sich erhofft hatte. Andererseits kann er dafĂŒr kritisiert werden, dass er Napoleon vermeidbare Chancen gab, das Blatt zu wenden.cite-ref-40[36]

Waterloo war selbst fĂŒr die VerhĂ€ltnisse des frĂŒhen 19. Jahrhunderts eine Ă€ußerst blutige Schlacht. Auf beiden Seiten waren bis zum Ende des Tages zusammen etwa 11.000 MĂ€nner getötet und 35.000 verwundet worden und ĂŒber 10.000 Pferde gestorben.cite-ref-41[37] Die Alliierten verloren insgesamt 21.700 Mann an Toten und Verwundeten, darunter ca. 6600 Briten und 6600 Preußen, wĂ€hrend auf französischer Seite 25.000 Gefallene und Verwundete anfielen und etwa 8000 Mann gefangen genommen wurden.cite-ref-clodfelter-1-4[1] Da sehr viele Verwundete in den Tagen und Wochen nach der Schlacht ihren Verletzungen erlagen, wird von einer Gesamtbilanz von etwa 20.000 Toten ausgegangen.cite-ref-seewald-42-0[38]

Sterbliche Überreste der Gefallenen

ZunĂ€chst wurden die Toten der Schlacht in MassengrĂ€bern in den fĂŒr diese Löss-Gegend typischen Hohlwegen begraben. SpĂ€tere Versuche, ihre Gebeine zu bergen, blieben ergebnislos. Nur zwei Skelette wurden gefunden. Wo die sterblichen Überreste der mindestens 20.000 gefallenen Soldaten und der Pferde geblieben waren, war lange Zeit unklar. Im Jahr 2022 fanden der belgische Historiker Bernard Wilkin und sein deutscher Kollege Robin SchĂ€fer heraus, dass etwa 20 Jahre nach der Schlacht begonnen worden war, die Gebeine wieder auszugraben, um sie an die boomende Zuckerindustrie Belgiens zu verkaufen. Der britische SchlachtfeldarchĂ€ologe Tony Pollard hatte kurz zuvor noch vermutet, dass die Gebeine fĂŒr die Gewinnung von DĂŒnger aus Knochenmehl entnommen worden seien.cite-ref-43[39] TatsĂ€chlich war es aber die Zuckerfabrikation, in der die begehrte granulierte Bein- oder Knochenkohle als Filtermaterial zum EntfĂ€rben bzw. „Weißen“ des aus der ZuckerrĂŒbe gewonnenen Zuckers benötigt wurde.cite-ref-44[40]cite-ref-45[41]cite-ref-46[42] Das Verfahren zur Gewinnung des Spodiums war bereits 1811 entwickelt worden.cite-ref-seewald-42-1[38]

GedenkstÀtten

1826 wurde auf der Gemarkung des Weilers Mont St.-Jean der ĂŒber 40 m hohe, kĂŒnstlich aufgeschĂŒttete LöwenhĂŒgel (niederlĂ€ndisch Leeuwenheuvel, französisch Butte du Lion) eröffnet. Das Denkmal wurde im Auftrag von König Wilhelm I. der Niederlande errichtet und markiert die vermutliche Stelle, an welcher der Kronprinz der Niederlande wĂ€hrend der Schlacht am 18. Juni 1815 verwundet wurde. Es soll an ein HĂŒgelgrab der antiken Belger erinnern und wird von einem kolossalen gusseisernen Löwen auf steinernem Sockel bekrönt. Am Fuße des HĂŒgels befindet sich heute ein Museum.

Bei Plancenoit, sĂŒdlich von Waterloo, befindet sich in der NĂ€he der Ortsmitte unweit des Meierhofs Belle-Alliance ein vom König von Preußen in Auftrag gegebenes eisernes Schinkel-Tabernakel von Belle-Alliance. Diese beiden DenkmĂ€ler wurden 1832 von den Franzosen bei Gelegenheit ihrer Intervention zu Gunsten Belgiens stark beschĂ€digt. Außerdem stehen in direkter NĂ€he zu La Haye Sainte zwei DenkmĂ€ler; das Denkmal fĂŒr den in der Schlacht gefallenen britischen Oberstleutnant Alexander Gordon und das 1818 errichtete Denkmal fĂŒr die Hannoveraner, das den gefallenen Offizieren der Königlich Deutschen Legion (King’s German Legion) gewidmet ist, die den Hof verteidigt hatten. Entlang der Stellungen der Alliierten und Franzosen verteilt befinden sich Gedenktafeln fĂŒr die verschiedensten Einheiten und Ereignisse, ebenso in und bei Hougoumont. In Hannover entstand der Waterlooplatz mit WaterloosĂ€ule.

Rezeption

Literatur

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‱ Jeremy Black: The Battle of Waterloo. A New History. Icon Books, London 2010, ISBN 978-1-84831-155-8 (englisch).
‱ Mike Chappell: The King’s German Legion (2) 1812–1816. Osprey, Oxford 2000, ISBN 1-85532-996-4 (englisch).
‱ David G. Chandler: The Campaigns of Napoleon. Scribner, New York 1966, ISBN 0-02-523660-1 (englisch).
‱ David G. Chandler: Waterloo. The Hundred Days. Osprey, London 1997, ISBN 1-85532-716-3 (englisch).
‱ Bernard Cornwell: Waterloo. Eine Schlacht verĂ€ndert Europa. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2016, ISBN 978-3-499-62940-2.
‱ Andrew Field: Waterloo: The French perspective. Pen & Sword Military, Barnsley 2012, ISBN 978-1-78159-043-0 (englisch).
‱ David Hamilton-Williams: Waterloo. New perspectives. The great battle reappraised. Brockhampton Press, London 1999, ISBN 978-1-86019-996-7 (englisch).
‱ David Armine Howarth: Waterloo. Day of battle. Galahad Books, New York 1969, ISBN 0-88365-273-0 (englisch).
‱ Gordon Corrigan: Waterloo. A New History of the Battle and its Armies. Atlantic Books, New York 2014, ISBN 978-1-78239-392-4 (englisch).
‱ Alexander Mikaberidze: The Napoleonic Wars A Global History. Oxford University Press, Oxford 2020, ISBN 978-0-19-995106-2 (englisch).
‱ Albert A. Nofi: The Waterloo campaign, June 1815. Combined Books, Harrisburg 1993, ISBN 0-938289-29-2 (englisch).
‱ J. P. Alexander: Decisive Battles, Strategic Leaders. Partridge Publishing, 2014, ISBN 978-1-4828-1804-8 (englisch).
‱ Gerhard Förster, Christa Gudzent (Hrsg.): August Wilhelm Anton Neidhardt von Gneisenau. AusgewĂ€hlte militĂ€rische Schriften. 1. Auflage. MilitĂ€rverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin (Ost) 1984.
‱ Gaston Bodart: MilitĂ€r-historisches Kriegs-Lexikon (1618–1905). C. W. Stern, Wien 1908, S. 487http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dbub_gb_Eo4DAAAAYAAJ~MDZ%3D%0A~SZ%3D487~doppelseitig%3D~LT%3DS.%20487~PUR%3D.

Weblinks

Commons

: Schlacht von Waterloo

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Suche nach Schlacht bei Waterloo. In: Deutsche Digitale Bibliothek
‱ Literatur zur Schlacht bei Waterloo im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Anmerkungen

cite-note-2A 1. ↑ Es gibt verschiedene Angaben darĂŒber viele Soldaten eingesetzt werden sollten. Die Zahlen schwanken zwischen 500.000 und 800.000
cite-note-19A 2. ↑ Im Gegensatz zu Napoleons ursprĂŒnglichen Plan gab Marschall Ney Drouet den Befehl zum Angriff zuerst.
cite-note-26A 3. ↑ Die dort eingesetzten Einheiten der Kings German Legion waren nicht mit Musketen, sondern mit Baker Rifles ausgerĂŒstet, die ĂŒber ein anderes Kaliber verfĂŒgten und somit nicht mit gewöhnlichen Kugeln geladen werden konnten Brendan Simms: Waterloo – Bis zur letzten Kugel. In: Zeit.de. 16. Juni 2015, abgerufen am 19. August 2023.
cite-note-32A 4. ↑ Er starb durch einen Kopfschuss

Einzelnachweise

cite-note-clodfelter-11. Micheal Clodfelter: Warfare and Armed Conflicts. A Statistical Encyclopedia of Casualty and Other Figures, 1492–2015. 4. Auflage. McFarland, Jefferson (NC) 2017, ISBN 978-0-7864-7470-7, S. 170.
cite-note-32. ↑ Chandler: Waterloo. Osprey, London 1997, S. 13., S. 20.
cite-note-43. ↑ Mikaberidze: The Napoleonic Wars A Global History. Oxford University Press, Oxford 2020, S. 607.
cite-note-54. ↑ Mikaberidze: 2020, S. 608.
cite-note-65. ↑ Alexander: Decisive Battles, Strategic Leaders. Partridge, Bloomington 2014, S. 124.
cite-note-76. ↑ Chandler: The Campaigns of Napoleon. Scribner, New York 1966, S. 1016ff.
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50.6794.406coordinatesKoordinaten: 50° 40â€Č 44″ N, 4° 24â€Č 22″ O